
Die Abenteuer des Drachen Hjort
Teil 4
So ging es über Stock und Stein
Noch tiefer in den Forst hinein
Vorbei an Wurzeln, Ästen, Rinden
Bemüht, den rechten Weg zu finden
Es war gewiss kein Kinderspiel
Der Bäume waren's reichlich viel
Sie drängten sich ganz frech zusammen
Um mit den Ästen zuzulangen
Die Vögel kreischten, statt zu singen
Und taten wild mit Flügeln schwingen
Oh nein - dies war gewiss kein Ort
Für unsern dicken, dummen Hjort
Doch dieser Held, ganz Frohnatur
Brach krachend über Wurz und Flur
Wo er mit seinem Drachenwanst
Sich aus dem Fluge hingepflanzt
Da wuchs und lebte gar nichts mehr
- Der Knabe war bedenklich schwer -
Wir alle, die wir Hjort schon kennen
Können's ruhig beim Namen nennen:
Dick ist er, betont gewichtig
Liebe Leser - ihr lest richtig
Es handelt sich, um's klar zu machen
Um einen echten Jumbo-Drachen.
Doch fahr’n wir fort - es ging um Wald
Um einen großen, still und alt
Entlang des Weges durch die Gasse
Flog und sprang die Drachenmasse
Noch immer war das Schuppenkleid
Nicht annähernd vom Schlamm befreit
Es stank und miefte, klebte, triefte
Und sah mitunter ähnlich aus
Wie eine große Tümpellaus
Doch halt! Sei still, Du Drachenmops!
Und halte ein im Drachenhops!
Uns war, als hätt's ganz leis geknackt
Wie wenn ein trockner Zweig gezwackt
Horch, dort hinten, wo die Bäume
Wanken wie verworrne Träume
Dicker Drache - hast's gesehen?
Ach Hjort! Nun bleib doch endlich stehen!
Der Hjort hob mächtig seinen Schwanz
Und wuselte in wildem Tanz
Ganz wie ein Kater vor dem Sprung
Wohl eher Nilpferd ... T'schuldigung
Muskelspannung, Kräfte wirken
Vorne raschelt's hinter Birken
Du liebe Güte! Dieser Mops
Setzt an zum Drachenangriffshops
Ein mächtger Stoß, ein Riesenschnauf
Und schon nimmt's Unglück seinen Lauf
Mit winzgem Drachenflügelschlag
Und Fauchen wie am Jüngsten Tag
Ja - wahrlich wirkten Kriegsgefauch
Die Riesenbrust, der runde Bauch
Verstärkt durch Mief und Tümpeldreck
Wie ein monströser Grubenschreck
Doch in der beschriebnen Richtung
Traf der Hjort auf eine Lichtung
Donnerstein! Da zeigten sich
Als Blatt und Busch beiseite strich
Mit leisem Wiehern, wallend Mähne
Samtne Nüstern, weiße Zähne
Augen wie aus Edelsteinen
Es ist schwer, das hier zu reimen
Solch wahre Schönheit, Eleganz
Sonnte sich feist im Blumenkranz
Allein - Hjort stak voll Tümpeldreck
Er wischte sich vor lauter Schreck
Mit den Klauen über Schnute
Augen, Mund und Nasenrute
Sodass, was im Gesichte klebte
Mit Schmackes weit von Dannen schwebte
Sein Kopf, der nun von Schlamm befreit
In Busch und Zweige eingereiht
Lugt schüchtern durch das Blätterzelt
Und findet, was dem Aug’ gefällt
Das Einhorn eine Dame war
Voll Schönheit strahlend, wunderbar
Erblickt sie ihn und lächelt keck
Der arme Hjort war hin und weg
Mit recht ihr euch nun alle quält.
Es drängt die Frage: „Wird’s erzählt?“
Was für ein Chaos wohl beginnt
Wenn Drachen plötzlich "rollig" sind
Ich rate hier nur schlicht: „Geduld!“
Wir stehen tief in eurer Schuld
Ich sag’ es euch deshalb sehr gern:
Kapitel 5 ist nicht mehr fern!
Character Design & Illustration by Harald Oesterle, Text by M. Rienäcker

Dragon Hjort
Part 4
Based on a poem by M. Rienäcker (german language only).